Der alte Araber und der kleine Bub

Beim Fußgängerübergang zum Westbahnhof, standen einige Leute und warteten auf die Grünphase, so auch ich.
Am Rande des Grünstreifens saß ein alter Araber mit Ziehharmonika.

Beim Aussteigen aus der Straßenbahn war mir schon ein kleiner, sehr selbstbewusster Bub aufgefallen, der wohl noch keine 10 war. Er trug einen vollgepackten Rucksack und unter dem linken Arm ein Skateboard und war eindeutig als Reisender erkennbar.

Er war sehr aufmerksam und wartete ab, ob der Straßenbahnfahrer nun weiter fährt oder die Schienen gefahrlos überquert werden konnten.
Die Straßenbahn fuhr weiter. Der Bub wartete.

Abgesehen davon, daß (ßßß;-) es mich wunderte, daß so ein kleiner Bub alleine unterwegs ist, erfreute mich sein Anblick - erinnerte er mich doch an meinen eigenen Enkel.

Ich bemerkte, daß der Bub zu dem alten Araber schaute und diesem anscheinend eine Münze geben wollte, denn er begann eilig in seinen Hosentaschen zu suchen - vergebens.

Ich kramte in meiner Jackentasche und förderte 1 Euro zutage. Ich fragte den Buben, ob er dem Mann etwas geben wollte, der Bub bejahte und bedauerte, aber leider nichts zu haben. Ich hielt ihm den Euro hin, den der Bub ergriff und dem Alten gab. Dieser faltete die Hände zum Dank, verneigte sich vor dem Buben und begann ein Lied zu spielen.

Freudestrahlend kam der Bub wieder, ich zeigte mit dem Daumen nach oben und da war es auch schon Grün geworden und jeder strebte eilig dem Bahnhof zu.
Der alte Araber und ich, wir hatten uns noch lächelnd zugenickt.
So kann eine Rotphase und 1 Euro, drei Menschen glücklich machen...

Und, wie ich immer sage, kaum geht man aus dem Haus, schon hat man die interessantesten Erlebnisse :-)

Früh übt sich:

© F.G.
© F.G.

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